Beste Einrichtungen suchen beste Mitarbeitende

NEVAP diskutiert über neue Wege aus dem Fachkräftemangel in der Pflege

NEVAP-Podium: (v.l.) Martin Mehner (Talentry), Andrea Hirsing (Diakonie in Niedersachsen), Sabine Weber (NEVAP), Christian Sundermann (NEVAP), Giovanni Bruno (Fokus digital), Johannes Technau (Buurtzorg Deutschland)/Foto: Ines Goetsch
Diskutierten beim NEVAP-Fachtag: (v.l.) Martin Mehner (Talentry), Andrea Hirsing (Diakonie in Niedersachsen), Sabine Weber (NEVAP), Christian Sundermann (NEVAP), Giovanni Bruno (Fokus digital), Johannes Technau (Buurtzorg Deutschland) / Foto: Ines Goetsch

Diskussionen über Auswege aus dem wachsenden Fachkräftemangel standen im Mittelpunkt des Fachtages des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP) am 23. Mai in Hannover. Er stand unter dem Motto "Beste Einrichtungen suchen beste Mitarbeitende". Dazu hatte der Verband mit Martin Mehner (Talentry, München), Giovanni Bruno (Fokus digital, Berlin) und Johannes Technau (Buurtzorg Deutschland, Münster) drei Experten eingeladen, die innovative Konzepte zur Personalgewinnung vorstellten.

"Der Arbeitsmarkt hat sich zu einem passiv suchenden Arbeitnehmer-Markt gewandelt", skizzierte Martin Mehner die Situation. Arbeitgeber müssten sich heute darum bemühen, für Arbeitnehmer attraktiv zu sein. Klassische Kanäle zur Mitarbeitersuche wie Jobportale und Headhunting würden an Bedeutung verlieren. Demgegenüber seien Mitarbeiter-Empfehlungssysteme auf dem Vormarsch. Auch Bruno Giovanni riet dazu, auf eine positive Reputation des eigenen Unternehmens zu achten und empfahl, dafür die Chancen der Digitalisierung und des Social-Media-Marketings zu nutzen.

Auf neue Formen der Unternehmensorganisation setzt das Modell "Buurtzorg", das Johannes Technau vorstellte. Das in den Niederlanden entwickelte Modell einer pflegerischen Versorgung als Quartiersarbeit durch selbstständig arbeitende Pflegeteams werde seit 2016 in einigen Orten im Kreis Steinfurt und seit 2018 in Leipzig praktisch erprobt. NEVAP-Vorsitzender Christian Sundermann lobte den konsequent kundenorientierten Ansatz von "Buurtzorg", gab aber zu Bedenken, dass die Umsetzung eines solchen Konzeptes in Niedersachsen aufgrund der Rahmenbedingungen schwierig sein würde.

Auf der vorangegangenen Mitgliederversammlung des NEVAP wurden drei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt: Rainer Helmers (Reilstift, Rhauderfehn), Bianca Usarek (Diakoniestationen Harz-Heide, Braunschweig) und Eckart Kroon (Diakonischer Dienst, Bad Bentheim).