Corona: „Verantwortung für alte Menschen ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe!“

NEVAP begrüßt schrittweise Wieder-Öffnung der Altenpflegeeinrichtungen


Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) begrüßt die schrittweise Wieder-Öffnung der Altenpflegeeinrichtungen, appelliert aber an Politik und Gesellschaft, die Altenpflege mit der Problematik nicht allein zu lassen.

„Die schrittweise Öffnung bedeutet mehr Freiheit für den Einzelnen, was wir sehr begrüßen“, erklärt die stellvertretende NEVAP-Vorsitzende Sabine Weber. Mit dieser Freiheit sei aber auch eine deutlich höhere Verantwortung des einzelnen Bewohners beziehungsweise seiner Angehörigen und der Gesellschaft verbunden. „In unseren Mitgliedseinrichtungen erleben wir, wie gefährlich dieses Virus ist. Wir tun alles, um unsere Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen und ihnen gleichzeitig so bald wie möglich wieder die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“, so Weber. Dazu benötige man aber klare Vorgaben aus der Politik, abgestimmte Verfahren der Gesundheitsbehörden und eine breite gesellschaftliche Mitverantwortung.
 
Die Altenpflege habe in den vergangenen Monaten häufig erlebt, dass sie einseitig die Risiken tragen solle, die mit Öffnungen verbunden seien. Der NEVAP wünsche sich zukünftig ein besser abgestimmtes Verfahren zwischen Politik, Gesundheitsbehörden und Einrichtungen vor Ort. „Unsere Einrichtungen müssen die Chance erhalten, individuelle Konzepte zu entwickeln, bevor landesweit Öffnungen verkündet werden“, so die stellvertretende Vorsitzende, „die Versorgung und Betreuung alter Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein an die stationäre und ambulante Altenpflege „wegdelegiert“ werden kann.“
 
Christian Sundermann, Vorstandsvorsitzender des NEVAP, konkretisiert: „Man kann nicht die Öffnung von Pflegeeinrichtungen fordern, und dann, wenn sich dort ein Corona Hot-Spot entwickelt, die Schuld dafür den Mitarbeitenden in den Einrichtungen zuschieben. Stattdessen müsste ganz klar sein: Angesichts des Drucks, den Einrichtungsleitungen und Träger verspüren, die Heime immer mehr zu öffnen, können sie die Verantwortung für den optimalen Schutz ihrer Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr allein übernehmen. Mit der weitergehenden Öffnung steigt für die Bewohner das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, daran schwer zu erkranken und daran zu sterben. Das muss allen Beteiligten und der Öffentlichkeit klar sein.“

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP) ist übergreifend für die landeskirchlichen Diakonischen Werke als Fachverband tätig und vertritt 180 Träger mit 300 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen in Niedersachsen.

Meldungen 2020
1 | 2 | 3
07.04.2020

Öffentliches Lob reicht nicht - Pflegende brauchen genügend Schutzkleidung und Tests

Corona: Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) fordert eindringlich genügend Schutzmaterial für die Versorgung in der ambulanten und stationären Altenhilfe.

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) fordert eindringlich genügend Schutzmaterial für die Versorgung in der ambulanten und stationären Altenhilfe.
18.02.2020
Foto v.l.: Frank Pipenbrink (Geschäftsführer NEVAP), Wilfried Wesemann (stellvertretender Vorstandsvorsitzender DEVAP), Anna Leonhardi (Geschäftsführerin DEVAP), Thomas Feld (Theologischer Vorstand Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V.

2. Werkstattgespräch von NEVAP und DEVAP in Osnabrück

Die Krise der Pflege ist auch eine Krise der Pflegeversicherung. Auch beim zweiten Werkstattgesprächs des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) mit dem Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) am 12. Februar ging es um eine grundlegende Neuorientierung der Pflegeversicherung.
1 | 2 | 3
Aktuelles:
Nevap-Fahne mit Logo
Aktuelle Meldungen