Erst Bewohner, dann Fußballer!

NEVAP fordert Tests in Pflegeheimen

Die Diskussion um weitere Öffnungsmöglichkeiten in Pflegeheimen nimmt zurzeit Fahrt auf. Für viele Bewohner und Angehörige ist das Besuchsverbot eine große Herausforderung: Wochenlang oder gar noch monatelang auf den Kontakt zu den wichtigen Personen ihres Lebens verzichten zu müssen, ist für viele unvorstellbar.

Gleichzeitig gilt es, den Schutz aller in einer Pflegeeinrichtung zu gewährleisten. Die Freiheit des Einzelnen oder der Wunsch von Angehörigen dürfen nicht zu einer stärkeren Gefährdung von Mitarbeitenden und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen führen.

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) begrüßt die Bemühungen des Landes Niedersachsen, mit der Entwicklung von Standards für ein einrichtungsbezogenes Besuchermanagement eine vorsichtige, schrittweise Öffnung von Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen, die den Schutz der Gesundheit von Bewohnerinnen und Bewohnern und der Mitarbeitenden in den Vordergrund stellt. Voraussetzung für solche Schritte sind zwingend erforderliche hygienische Vorgaben.

Um die Gefährdung in Pflegeeinrichtungen weiter zu senken, fordert der NEVAP eine verbindliche regelmäßige Testung von Mitarbeitenden und Bewohnerinnen und Bewohnern. Damit wird eine verantwortbare Steuerung von Öffnungsschritten möglich. Skandalös ist für den NEVAP-Vorstand, dass ernsthaft über Testungen in Zusammenhang mit Fußball debattiert wird, während die Menschen, um die sich schwerpunktmäßig die ganze Schutzdiskussion dreht - die Risikogruppen unserer Gesellschaft - noch nicht diese zusätzliche Schutzmöglichkeit erhalten. Der Verband fordert: Bevor andere gesellschaftliche Gruppen in regelmäßige Testungen einbezogen werden, müssen die Bereiche berücksichtigt werden, in denen Menschen mit einem erhöhten Risiko leben.
Die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeeinrichtungen erleben durch die liebevolle und zugewandte Pflege mit vielen täglichen Kontakten, mit medialen Kontakten zu Angehörigen und der Möglichkeit, in der palliativen Phase auch persönlich durch Angehörige begleitet werden zu können trotz des Kontaktverbots eine gute Versorgung. Nicht zu ersetzen sind allerdings die individuellen persönlichen Beziehungen.

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