Landespolitik will Pflege sichern

Diskussionsrunde beim NEVAP-Salongespräch: (v.l.) NEVAP-Vorsitzender Sven Schumacher, Eva Wendebourg (Stiftung Haus Zuflucht, Soltau), Sinja Münzberg (GRÜNE), Cosima Schmitt (Moderation), Volker Meyer (CDU), Dr. Thela Wernstedt (SPD), Susanne Schütz (FDP)
Diskussionsrunde beim NEVAP-Salongespräch: (v.l.) NEVAP-Vorsitzender Sven Schumacher, Eva Wendebourg (Stiftung Haus Zuflucht, Soltau), Sinja Münzberg (GRÜNE), Cosima Schmitt (Moderation), Volker Meyer (CDU), Dr. Thela Wernstedt (SPD), Susanne Schütz (FDP)

Der NEVAP hatte am Mittwoch Mitglieder des Niedersächsischen Landtages und der Parteien zu einem Salongespräch zur Zukunftssicherung der Pflege eingeladen. Bei der Bestandsaufnahme zur aktuellen Lage der Pflege in Niedersachsen waren sich die Landtagsabgeordneten Dr. Thela Wernstedt (SPD), Volker Meyer (CDU), Susanne Schütz (FDP) und die Vertreterin der GRÜNEN, Sinja Münzberg, weitgehend einig.

Auf die Frage von Moderatorin Cosima Schmitt (Journalistin und ZEIT-Autorin) nach der Einschätzung der aktuellen Lage in der Pflege benannten die Diskutanten übereinstimmend den Fachkräftemangel, der schon jetzt zur pflegerischen Unterversorgung in manchen ländlichen Regionen führe, sowie die unzureichende finanzielle Ausstattung der Pflegeversicherung als größte Herausforderungen. Dadurch, dass der Anteil der Pflegeversicherung gedeckelt sei, wachse der Eigenanteil für die Pflegebedürftigen bei jeder Verbesserung in der Pflege. Dadurch, so formulierte es Sinja Münzberg, werde Pflege für immer mehr Menschen zur „Armutsfalle“.

Die professionelle Pflege leide außerdem an der „Versäulung“ des bestehenden Systems mit der „starren Unterteilung in ambulant, teilstationär und stationär“, erklärte NEVAP-Vorsitzender Sven Schumacher. Das verhindere manche pragmatische Lösung vor Ort. Dieses System flexibler zu machen, sei zwar Bundesangelegenheit, er wünsche sich aber hierfür von der Landespolitik Unterstützung.

Für die Lösung der drängenden Probleme in der Pflege in Niedersachsen, die sich durch die in die Höhe schießenden Energiekosten noch verstärkten, skizzierten die Diskussionsteilnehmenden verschiedene Vorschläge. Einig war man sich darin, dass die Arbeitsbedingungen für Pflegemitarbeitende weiter verbessert werden müssten, um mehr Menschen für den Beruf zu motivieren. Dr. Thela Wernstedt nannte das Modell berufs- und leistungsübergreifender „Gesundheitszentren“ als Möglichkeit, die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern. Die CDU setze sich unter anderem für die Wiedereinführung der einjährigen Pflegehelfer-Ausbildung ein, sagte Volker Meyer.

Vor der Diskussionsrunde am Nachmittag hatte die Mitgliederversammlung des NEVAP mit Sascha Rehberg (Diakonie Osnabrück) und Joachim Triphaus (Diakonie Adelebsen Alma-Louisenstift) zwei neue Mitglieder in den NEVAP-Vorstand gewählt.

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