Vorschläge für Pflegereform nicht ausreichend - Länder müssen zusätzlich Investitionskosten tragen

Christian Sundermann, Vorsitzender des NEVAP
Christian Sundermann, Vorsitzender des NEVAP

Ziel der geplanten Finanzreform der Pflegeversicherung ist es, die Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflegeheimen von der inzwischen viel zu hohen und stetig steigenden Selbstbeteiligung an den Pflegekosten zu entlasten. Sie sollen nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn künftig für längstens 36 Monate maximal 700 Euro pro Monat zahlen.

Die Entlastung bezieht sich aber nur auf den Eigenbeitrag für den pflegebedingten Aufwand, die stetig steigenden Kosten für die Investitionskosten sowie für die Unterkunft & Verpflegung werden nicht erfasst. Im Bundesdurchschnitt sind das aktuell 2.015 €. Bei einem durchschnittlichen Eigenanteil für die Pflege von 786 € bedeutet die Reform für die meisten Betroffenen eine Entlastung von etwa 86 € im Monat.

„Die Richtung, die Bundesgesundheitsminister Spahn mit seinen Reformvorschlägen für die Pflege einschlägt, ist richtig, führt aber nicht dazu, die Pflege in Deutschland insgesamt zukunftsfest zu machen“, so Christian Sundermann, Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen Evangelischen Verbands für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP).

„Eine Lösung für eine Finanzreform in der Pflege sieht anders aus“, sagt Sabine Weber, stellvertretende Vorsitzende des NEVAP, „dazu sollten auch die Bundesländer in die Pflicht genommen werden, die Investitionskosten zu übernehmen. Wir fordern schon seit längerem ein Pflegewohngeld. Dies würde ebenso dazu beitragen, die pflegerische Infrastruktur für die nächsten Jahre zu sichern.“

„Neben einer Finanzreform benötigen wir auch eine Strukturreform, um die Pflege in Deutschland zukunftsfest auszugestalten“, ergänzt Frank Pipenbrink, Geschäftsführer des NEVAP.

Dazu liegen Vorschläge in Form einer Roadmap für die Pflege vor, die der DEVAP in seinem „Strategiepapier Altenarbeit und Pflege 2021 bis 2025“ kürzlich vorgestellt hat.

 

Meldungen 2020
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18.02.2020
Foto v.l.: Frank Pipenbrink (Geschäftsführer NEVAP), Wilfried Wesemann (stellvertretender Vorstandsvorsitzender DEVAP), Anna Leonhardi (Geschäftsführerin DEVAP), Thomas Feld (Theologischer Vorstand Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V.

2. Werkstattgespräch von NEVAP und DEVAP in Osnabrück

Die Krise der Pflege ist auch eine Krise der Pflegeversicherung. Auch beim zweiten Werkstattgesprächs des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) mit dem Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) am 12. Februar ging es um eine grundlegende Neuorientierung der Pflegeversicherung.
17.01.2020
v.l.: Frank Pipenbrink (NEVAP), Hans-Joachim Lenke (Vorstand DW Niedersachsen), Anna Leonhardi (DEVAP), Christian Sundermann (Vorstand NEVAP), Dr. Bodo de Vries (Vorstand DEVAP), Dunja Wörthmann (Dachstiftung Diakonie / Foto: Ines Goetsch

Pflege neu denken - Pflegeversicherung umbauen

Werkstattgespräch am 16. Januar in Hannover

Bei einer gemeinsamen Fachveranstaltung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) mit Vorstand und Mitgliedern des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) und der Landesdiakonischen Werke über die Zukunft der Pflegeversicherung.
20.12.2019

Pflege darf nicht zur Armutsfalle werden

NEVAP fordert Einführung eines Pflegewohngeldes für stationär versorgte Menschen in Niedersachsen

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP) fordert die Einführung eines Pflegewohngeldes für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.
03.12.2019

NEVAP begrüßt "Konzertierte Aktion Pflege" in Niedersachsen

Aubruch für bessere Pflege

Der Vorstand des NEVAP begrüßt die Ende Oktober 2019 erzielte Einigung zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Pflege mit der Niedersächsischen Landesregierung.
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